Orthomolekulare Medizin, Biohacking & Nahrungsergänzungsmittel

Alle Fakten über alternative Medizin und Gesundheit aus den USA, die in Europa nicht veröffentlicht werden dürfen!

Ansetzen & Rekonstitution von Peptiden

Hintergrundinformationen

Wie im Einleitungstext erwähnt, werden Peptide nur als Grausubstanzen gehandelt. Daher sind sie nicht benutzerfertig, sondern müssen „konstituiert“ werden, also für die Nutzung aufgelöst und dosiert.

Dabei ist Sorgfalt wichtig, vor allem bei der Hygiene und bei der Dosierung

In der Regel werden die Peptide in sogenannten Vials geliefert, also versiegelten Ampullen, in denen sich eine angegebene Menge Pulver befindet. Die Vials haben im Deckel eine sterile Gummimembran, die mit einer Injektionsnadel durchstochen werden kann. Die häufigste Menge sind 10mg:

Im Prinzip wird hier eine bestimmte Menge sterile Flüssigkeit eingefüllt, diese löst das Peptid auf und wird wieder entnommen

Vorsicht! Peptide sind empfindlich!

Peptide sind sehr empfindliche Moleküle. Daher ist jede unvorsichtige Behandlung unbedingt zu vermeiden. Die folgenden Punkte sind unbedingt zu beachten:

  1. Peptide sind unbedingt dunkel und gekühlt zu lagern. Einige Peptide können eingefroren werden und halten dann Monate bis Jahre
  2. Bestellungen bei Sommerhitze sollten vermieden werden – es sei denn der Anbieter bietet Kühlpacks an (Nachfragen!)
  3. Die Flüssigkeit darf nie direkt auf das Peptid gespritzt werden, sondern auf die Glaswand. Mechanische Belastung kann das Peptid zerstören
  4. Spritzen mit Peptidlösung müssen sehr langsam aufgezogen und entleert werden, da die empfindlichen Moleküle sonst zerstört werden
  5. Beim Auflösen der Peptide darf der Vial niemals geschüttelt werden. Er sollte langsam zwischen zwei Händen gerollt werden. Jede Erschütterung der Lösung ist zu vermeiden
  6. Fertige Lösungen von Peptiden müssen ständig kühl und in absoluter Dunkelheit gelagert werden und niemals länger als 10-12 Wochen (nur mit BAC-Wasser!)
  7. Fertige Lösungen von Peptiden dürfen niemals eingefroren werden. Das zerstört die Peptide sonst unmittelbar
  8. Zeigt eine Peptidlösung Ausflockungen oder Trübungen ist das gesamte Material sofort zu entsorgen
  9. Jede Spritze, jede Nadel und jede Ampulle darf nur einmal verwendet werden und muss danach sofort entsorgt werden, um hygienische Verunreinigungen zu vermeiden

Bestelliste

Die Berechnung der Dosis

Wir gehen hier davon aus, dass wir immer mit einem Insulin-Pen arbeiten. Die empfohlenen Insulin-Pens haben Ampullen mit 3ml Volumen. Dosiert wird immer mit sogenannte „Klicks“

Jeder Pen hat am Ende eine Art „Drehschalter“, an dem man eine beliebige Anzahl an „Klicks“ einstellen kann:

Dann führt man die Nadel in eine Hautfalte und drückt die Taste (hier silbern am Ende links) so lange durch, bis alle „Klicks“ injiziert sind und der Zähler wieder auf Null zurückdreht.

Bei den empfohlenen Pens entspricht 1 Klick einer Menge von 0,01ml

Mischt man also in ein Vial mit 10mg genau 3ml BAC-Wasser ein, enthält der gefüllte Pen dann genau 300 Klicks, also:

10mg Wirkstoff = 3ml Lösung = 300 Klicks

Will man sich jetzt 1mg spritzen, bedeutet dies, dass man 30 Klicks benötigt.

Der Rest ist Dreisatz. Ein Beispiel: 20mg Peptid sind in einer Ampulle (mit 3ml) und es sollen 1,6mg gespritzt werden

20mg = 300 Klicks

1,6mg = X Klicks

X = 1,6mg x 300Klicks / 20mg = 24 Klicks

Es ist zu empfehlen, diese Berechnung genau zu notieren und ggf. auch den Stick mit einem Aufkleber zu versehen, wie viele Klicks einem Milligramm entsprechen

Die Herstellung von Spritzenlösung – Schritt für Schritt

Das Prinzip ist einfach. Es wird eine definierte Menge des Peptids (siehe oben) in sterilem Wasser gelöst, in die sterile Ampulle eines Insulin-Pen eingefüllt und dann täglich injiziert

Die Herausforderung dabei ist das Wort „steril“.

Gehen wir mal den gesamten Vorgang schrittweise durch:

Das Peptid wird in einem Vial geliefert. Das ist eine versiegelte Ampulle mit einem sterilen, selbstheilenden Gummistopfen. Nehmen wir an, wir haben ein Vial mit 10mg.

Diese wollen wir in 1 Ampulle des Insulin-Pens füllen. Jede Ampulle hat 3ml Volumen.

Wir ziehen also in eine 20ml Einwegspritze (steril, aus der Verpackung) mit einer sterilen Nadel 3ml steriles BAC-Wasser auf, stechen durch die Kappe des Vial und lassen ganz vorsichtig das Wasser an der Wand entlang in die Ampulle tropfen.

Dabei müssen wir entweder immer wieder mit der Spritze Luft abziehen, da sonst der Druck in dem Vial steigt – das ist also ein Art „Pumpen“; die Luft steigt in die Spritze.

Achtung! Hinweis! Bei sehr empfindlichen Peptiden ziehen einige Anbieter ein Vakuum in den Vial, wodurch der Inhalte der Spritze sofort in die Ampulle gezogen wird.

Alternativ (und für Anfänger besser!) stechen wir mit einer zweiten Nadel durch die Membrane, um den Druck so zu entlüften:

Ist der Vial zu 2/3 voll, lassen wir die Nadel mit Spritze im Vial und drehen ihn ganz vorsichtig, um das Peptid behutsam aufzulösen. Hierzu können die Nadeln dann natürlich auch entfernt werden, müssen dann aber steril (also mit Kappen) gelagert werden. Dann ziehen wir die gesamte Lösung wieder langsam in die Spritze. Um den Unterdruck im Vial abzubauen kann auch hier die zweite dünne Nadel eingesteckt werden – zur Entlüftung.

Ist die gesamte Lösung in der Spritze bewegen wir diese leicht, um nochmal zu mischen. Dann ziehen wir die Nadel aus dem Vial, halten sie ganz steil nach oben und entlüften die Spritze.

Dann nehmen wir die Ampulle des Insulin-Pen, stecken die Nadel ganz kurz ein und befüllen diese vorsichtig mit der Lösung, wobei wir wieder eine zweite Entlüftungsnadel einstechen oder aber die Luft in die Spritze zurück pumpen müssen, damit bei diesem die hintere Kappe nicht abfliegt (!!!)

Dann haben wir eine Ampulle, die 3ml enthält.

Die Ampulle wird – wie im Bild – in den Insulinstick eingeschraubt und kann dann entsprechend der berechneten Klick-Zahl verwendet werden.

Die fertigen Ampullen können 10-12 Wochen lang im Kühlschrank dunkel gelagert werden.

BAC-Wasser / Salzwasser / Spezialwasser?

Kommen wir mal zu einem etwas schwierigen Thema: Der normale Weg zur Herstellung einer Spritzenlösung besteht darin, sogenannte „isotonische Lösung“ zu verwenden, also 0,9%iges steriles Salzwasser, wie dieses hier:

Das Zeug ist für wenige Euro in jeder Apotheke erhältlich.

Verwenden wir dieses Wasser für die Peptide, haben wir eine gute Verträglichkeit, da die Salzkonzentration unserem Körperwasser entspricht.

Der Nachteil ist aber die Haltbarkeit der Lösung: Diese beträgt nämlich nur wenige Tage!

Die Peptid-Szene setzt hier auf sogenanntes „BAC-Wasser“, also bakteriostatisches Wasser mit 0,9% Benzylalkohol, der das Bakterienwachstum blockiert und die Haltbarkeit auf 30 Tage erhöht.

BAC Wasser ist teuer und nicht in deutschen Apotheken erhältlich. Die Arzneibehörden haben es reguliert, um die Peptidszene zu schädigen, was den Handel in den Graumarkt gedrängt hat.

BAC-Wasser ist aber leider für „Normalanwender“ die einzig vernünftige Option, obwohl es nicht so gut verträglich ist, wie das steriles Salzwasser

Ich empfehle eine radikale Lösung und mische beide Ansätze

Ich habe Benzylalkohol mit Analysenqualität. Diesen kann man z.B. beim https://www.laboratoriumdiscounter.nl/ kaufen. Da dieses Produkt sehr rein ist, aber eben nicht steril, ziehe ich mit einer sterilen Spritze den Benzylalkohol durch einen sterilen Einweg-Sterifix-Filter, der zuverlässig alle Mikroben herausfiltert.

Der Sterifix-Filter wird auf eine Spritze gesetzt und auf die andere Seite eine Nadel. Dann zieht man (mühsam!) den Benzylalkohol in die Spritze, entfernt und entsorgt den Filter und die Nadel, setzt eine frische Nadel auf und spritzt die berechnete Menge in das sterile Salzwasser.

Wenn man 4,6ml Benzylalkohol durch diesen Filter zieht und diese dann in die sterile 500ml Salzwasserflasche (z.B. von B.Braun) einfüllt, dann erhält man steriles 0,9%iges BAC-Wasser mit 0,9% Kochsalzgehalt und vereint die Vorteile beider Lösungen in einer Lösung